Lehre sie Gehorsam. Zeige ihnen deine Macht.

Jede Gesellschaft hat ihre eigene Wertewelt. Was in einem Land gang und gebe ist, kann daher jenseits der geografischen Grenzen auf gesellschaftliche Tabus stoßen oder gar absolut verboten sein. Wobei sich diese Werte durchaus auch verändern können und was früher allgemein akzeptiert war gilt heute als absolut unmögliches Verhalten.

So herrscht zum Beispiel in weiten Teilen der westlichen Welt ein weitreichender Konsens darüber, dass der Stock in der Erziehung nichts zu suchen hat. Ein paar Flugstunden weiter südlich oder östlich sieht das jedoch völlig anders aus. Ein Lehrer in Indien schüttelt nur ungläubig den Kopf, wenn man ihm sagt, dass sein Kollege in Deutschland mit bloßen Händen vor der Klasse steht und praktisch keine Möglichkeit hat, bei Widerstand oder gar Auflehnung drastisch durchzugreifen.

In den meisten Ländern Afrikas wird ein Lehrer gewissermaßen als verlängerter Arm des Familienvaters gesehen. Und da zu Hause jeder Vater den Stock, die Peitsche oder den auf diesem Kontinent üblichen Jambock benutzt, um für den erforderlichen Gehorsam zu sorgen, gesteht man dem Lehrer natürlich genau dieselben Rechte zu.

Erziehung ist eben außerhalb der westlichen Welt noch immer ein schmerzhafter Prozess, der nach ganz einfachen Regeln funktioniert: Gehorche oder du hast Grund zu Schreien und in Tränen auszubrechen. Gehorsam ist in den weitaus meisten Ländern der Welt die wichtigste Eigenschaft eines Kindes und besonders eines Mädchens. Und das schließt Gehorsam gegenüber dem Familienoberhauptes genauso ein, wie Gehorsam gegen allen Respektspersonen, wie Erziehern, Lehrherrn oder Vorgesetzten.

Folgendes Video stammt aus Port Harcourt in Nigeria. Es zeigt eine Szene die sich vor einem Gotteshaus und damit vor den Augen aller ereignet hat. Gestört hat es offenbar niemand, dass da zwei Dutzend Mädchen im Alter zwischen vier und vierzehn in Reih und Glied nackt auf dem Boden saßen und ihr Schicksal erwarteten. Es schritt auch niemand ein, als sie von vier erwachsenen Aufsehern systematisch verdroschen wurden. Warum auch? Es waren doch nur Kinder und Jugendliche und die hatten ganz sicher ihre Strafe verdient.

Ständiger Krieg verroht ein Land. Wenn die Menschen fast tagtäglich mit dem Tod konfrontiert werden, verlieren sie irgendwann jede Empathie und sind nur noch am eigenen Vorteil und dem eigenen Überleben interessiert. Drastische Erziehungsmethoden gehören dann zum Alltag und besonders einem Weib muss man zeigen, wo sein Platz ist und was von ihm erwartet wird. Davon ist jeder Vater, jeder Lehrer und erst recht jeder Ehemann überzeugt. Von den unzähligen Zuhältern ganz zu schweigen.

In diesem Fall ging es um eine Gruppe Waisenkinder, die von der Kirchengemeinde aufgenommen worden war, um ihnen Erziehung und Nahrung zu geben und ihnen christliche Werte zu vermitteln. Und wie es in diesem Land üblich war, machte man kurzen Prozess, wenn sich eine daneben benahm und nach einer Lektion verlangte.

Dabei spielte das Alter nur eine untergeordnete Rolle. Ein vierjähriges Mädchen bekam kurzerhand drei energische Hiebe auf den nackten Po und gleich noch einmal drei auf die Schenkel. Ein Mädchen kann nicht früh genug lernen, dass Ungehorsam schmerzhafte Folgen hat und nie ohne lautes Kreischen und dicke Tränen abgeht.

Bei den älteren Mädchen war offensichtlich eine Ganzkörper-Zurechtweisung angesagt. Hier erfüllte eine kurze Lederpeitsche ihre Aufgabe und das auf diese Weise zurechtgewiesene Weib machte dieselbe Erfahrung, die sie auch als spätere Ehefrau machen würde: Gehorche und es ist alles gut. Zeig dich widerwillig und du wirst bestraft und das auf die einzige Art und Weise, die ein Weib versteht.

I einem Land wie Nigeria genießen Waisenkinder eben keinen Schutz und sind auf die Fürsorge einer gemeinnützigen Einrichtung angewiesen. Und wer großzügig beschenkt wird, muss sich eben besonders demütig zeigen. Oder er muss damit rechnen, Striemen am Körper zu tragen.

Darüber kann man denken, wie man will. Aber die Welt ist nun mal nicht gerecht und es sind immer die Schwachen, die am meisten zu leiden haben.

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