Stockschläge: Im Osten bewährt, im Westen verpönt

Die Summerhill School in Suffolk gilt als Geburtsort der antiautoritären Erziehung. Sie wurde vor über 100 Jahren in Suffolk, Großbritannien gegründet und existiert heute noch als gemeinnützige Stiftung. Gründer war Alexander Sutherland Neill, der damals mit seinen pädagogischen Ideen nicht weniger als eine Revolution begründete.

Der Schriftsteller Neill wurde 1883 in Forfar, Angus geboren und galt als wahrer Rebell seiner Zeit. Zu seiner Zeit hing der Rohrstock noch in jedem Klassenzimmer und wurde auch fast täglich benutzt, und zwar bei den Mädchen genauso, wie bei den Jungen. Neill hingegen widersprach dem Geist seiner Zeit und war der Überzeugung, dass es für einen erfolgreichen Lernprozess keinerlei Strafen bedurfte. Schließlich sind Kinder von Natur aus neugierig und brauchten nur die Hilfestellung eines Lehrers, um dieses Bedürfnis zu befriedigen und die Dinge zu lernen, die sie für das Leben brauchten.

In den 1970er Jahren wurde dies „antiautoritäre“ Lernen in ganz Europa beliebt. Es passte eben ideal zum Zeitgeist, der unter anderem von sexueller Freiheit und allgemeiner Permissivität geprägt war. Damals bestimmte vor allem die Flower Power-Bewegung, das das Denken und die Werte von gestern schienen hoffnungslos veraltet zu sein.

In vielen Ländern Europas verschwanden seinerzeit die Rohrstöcke aus den Klassenzimmern. Die Lehrer wurden damit ihrer Macht beraubt und standen mehr oder wenige entwaffnet vor einer Klasse aufmüpfiger Teenager, die Autorität nicht mehr gewohnt waren und sich mit Arrest und Strafarbeiten allein nicht mehr bändigen ließen. Mittlerweile war nämlich auch die Erziehungsgewalt der Eltern gekappt worden und schlagende Väter mussten mit einer Strafanzeige rechnen, wenn sie ihrer Tochter auch nur eine Ohrfeige verpasst hatte

Summerhill hatte sich zwar schon nach kurzer Zeit als absoluter Fehlschlag erwiesen. Aber die Idee einer antiautoritären Erziehung hatte sich dennoch durchgesetzt und eine ganze Generation an Erziehern zur Überzeugung verleitet, dass eine erfolgreiche Pädagogie keine Schläge braucht.

Heute gibt es kaum noch ein Land in der westlichen Welt, in dem die körperliche Züchtigung noch erlaubt ist. In England war die Tawse Geschichte. In Frankreich wurde Lehrern und Eltern das gute alte Martinet aus der Hand genommen. In Amerika gab es nur noch wenige Schulen, die mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern das Paddel benutzen durften. Ganze Generationen wilder Teenager wuchsen auf, ohne je Striemen am Körper erfahren zu haben.

Doch weder Deutschland, noch England, Frankreich oder die USA sind weltweit gesehen das Maß der Dinge. Die wirtschaftlich führenden Länder unserer Zeit liegen in Asien und die asiatischen Länder sind seit jeher für ihre strengen Schulsysteme bekannt, die ihren einstigen europäischen Vorbildern in nichts nachstehen. Ob Korea, Japan oder China, die Kinder und Jugendlichen in diesen Ländern werden seit jeher auf einen harten Lebenskampf vorbereitet. Und das geht nur mit Disziplin und unerbittlicher Strenge.

Und es verlangt nach Lehrern, die hart durchgreifen können, um Jungen und Mädchen bestmöglich auf ihre späteren Aufgaben im Leben vorbereiten zu können. In Japan wird dabei nach wie vor klar zwischen den Geschlechtern unterschieden. Japanische Jungs lernen Höflichkeit, Respekt vor dem Alter und vor Vorgesetzten. Die Ideale für japanische Mädchen lauten Demut, Unterwürfigkeit und die Bereitschaft, ihrem Mann oder Vorgesetzten rückhaltlos zu dienen. Im übrigen asiatischen Raum sieht es nicht viel anders aus.

Die bewährten Mittel zur Vermittlung derartiger Tugenden sind uralt und beruhen auf geschätzten Traditionen, die sich seit Tausenden von Jahren bewährt haben. Ihr sichtbares Zeichen ist der Rohrstock und das Paddel. Damit wurden schon Millionen von Mädchenhintern behandelt, bis sich dicke Striemen und grünrot anlaufende Schwellungen zeigten und dafür sorgten, dass ein rebellischer Geist Hieb für Hieb die Bereitschaft zu Fleiß, Demut und Gehorsam entwickelte.

Im antiken Japan herrschte eine klar gegliederte Hierarchie und ein niederes Dienstmädchen musste damit rechnen, von seinem Herrn mit ausgebreiteten Armen auf ein kreuzförmiges Gestell gefesselt zu werden, damit zwei männliche Hausdiener den entblößten Hintern mit armlangen Paddeln bearbeiten konnten, bis das Fleisch dick angeschwollen war und die Betreffende tagelang nicht sitzen konnte. Auf Mitleid konnte sie dabei nicht hoffen, denn Strafe muss sein, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und Vergehen zu sühnen.

In Korea ist es keine Seltenheit, dass eine ganze Schulklasse das hölzerne Paddel des Lehrers zu spüren bekommt, um kollektiv für irgendeinen Vorfall bestraft zu werden. Ein paar Schläge zu viel schaden nie, ist die landestypische Meinung dazu und auch zu Hause werden junge Mädchen einer strengen Zucht unterworfen, bei der Lederriemen und Paddel häufig und gerne benutzte Hilfsmittel sind. Ein Mann, der eine koreanische Frau sein eigen nennt, kann daher davon ausgehen, dass sie eine Jugend hinter sich hat, die von unzähligen Züchtigungen geprägt war und ihm eine unterwürfige Frau sein wird, sofern er darauf achtet, das gewohnte Prinzip von Vergehen und Bestrafung aufrecht zu erhalten.

Respekt vor Älteren, Disziplin und Demut sind die Kerntugenden jeder asiatischen Frau. Wenn in diesem Teil der Welt Eltern ihre Tochter bei einer Schule anmelden, geben sie automatisch die Zustimmung dazu, dass sie im Sinne ihrer weiblichen Natur streng erzogen und zu Fleiß, Respekt und Demut angehalten wird. Während ein Europäer nie genau weiß, welche Erziehung die Frau seiner Träume genossen hat, kann sich ein Asiate darauf verlassen, dass sie genau weiß, wie sich der Rohrstock oder das Paddel anfühlt und davon ausgeht, dass ihre Erziehung auch in der Ehe nie ganz abgeschlossen sein wird.

Auch Chinesen legen großen Wert auf eine strenge Erziehung ihrer Kinder, die auch heute ganz entscheidend zum weltweiten wirtschaftlichen Erfolg des Landes beiträgt. Eltern sind stolz auf die Erfolge ihrer Kinder und setzen alles daran, ihnen die bestmögliche Ausbildung zu bieten. Ein nicht ganz alltägliches Beispiel ist eine chinesische Ballettschule. Dort findet man vor allem Kinder ehrgeiziger Eltern, die ihre Tochter an einem der berühmten Tanztheater des Landes sehen.

Das Training dafür beginnt schon in jungen Jahren und wird von streng dreinblickenden Lehrern geleitet, die man nie ohne ein Paddel in der Hand sieht. Und das komm auch gnadenlos zur Anwendung, wenn eines der Mädchen nicht spurt. Ein flimsiges Ballettröckchen bietet ohnehin kaum Schutz vor Schlägen und wenn dann noch das Höschen straff zwischen die Pobacken gezogen wird, kann das klatschende Holz ungehindert seine Wirkung erzeugen und die weißliche chinesische Haut in ein ärgerliches Rot verwandeln.

„Ohne Fleiß kein Preis“, sagt man auch in Europa. Trotzdem konnte sich der pädagogische Misserfolg eines Alexander Sutherland Neill auf breiter Front durchsetzen. Rohrstock, Lederriemen und Peitsche werden daher heute nur noch in wenigen europäischen Ländern angewandt, um für Zucht und Ordnung zu sorgen. Alle anderen schlagen sich stattdessen mit einer Jugend herum, die Gehorsam nicht mehr gewohnt ist, Fleiß für Strebertum hält und aufgewachsen ist, ohne die Manieren und den Respekt zu kennen, den eine zivilisierte Gesellschaft einfach braucht.

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